Was ist beim Wildcamping zu beachten?

Beim Wildcamping bist du frei zu entscheiden, wo du kampieren möchtest. Egal ob am Straßenrand, im Wald oder sogar am Strand. Lediglich der Ort und das Land entscheidet darüber, was du an Ort und Stelle tun und lassen darfst.

Was zählt unter Wildcamping?

Als Wildcamping bezeichnet man das Übernachten von beliebig vielen Personen in einer beliebigen mobilen Unterkunft. Eine solche Unterkunft definiert sich darin, dass diese nicht an einen Ort oder Platz gebunden ist und jederzeit aufgebaut, abgebaut oder einfach weggefahren werden kann.

Das Wildcamping wird zudem von Land zu Land anders geregelt und unterscheidet sich daher je nach Land, Ortschaft oder Reiseziel. Wildcamping könntest du in einem Zelt, im Auto, im umgebauten Campervan. Laut Definition könntest du fürs Wildcamping sogar eine Hängematte* zwischen zwei Bäumen befestigen, dir einen Dachüberstand bauen und dann darin schlafen, wenn es das Wetter zulässt. Für Wohnwagen und Wohnmobile gibt es meistens örtliche Regeln, die solchen Automobilen das Parken in der freien Natur untersagen.

Wildcamping, Lagerfeuer, Zeltplatz
© pexels.com – Baihaki Hine

Die darunter einfachste und wohl bekannteste Möglichkeit wildes Camping zu betreiben, ist es ein Zelt in der freien Natur aufzuschlagen, eine Schlafunterlage darin auszubreiten und dann darin zu kampieren. Doch auch im Auto oder Fahrzeug kannst du gut und gerne wildcampen. Suche dir dazu einfach einen Ort der dir gefällt unter Berücksichtigung der Umgebung, Einhaltung der Straßenverkehrsordnung und der örtlichen Vorgaben.

Auf der Suche nach einem Stellplatz oder Parkplatz zum Wildcamping und dem Ziel zum Schlafen im Auto dort zu halten, solltest du grundsätzlich darauf achten dass du niemand anderen dabei behinderst.

Beim schlafen im Auto wirst du prinzipiell erst einmal weniger Probleme bekommen wie neben dem Auto. Denn es sieht weniger nach offiziellem Campen aus und du nutzt in deinem Auto auch weniger beziehungsweise gar keine Fläche zum Campen, da du ja eben nur mit deinem Auto dort parkst, darin schläfst und somit nur wenig Berührungspunkte mit der Umgebung hast. Achtest du auf deine Umgebung und die Umwelt, solltet du generell keine Probleme beim Wildcamping bekommen.

Grundregeln zum Wildcamping und Nutzung der Natur

Beim Wildcamping und der Nutzung der Natur kannst du auf viele unangenehme Begegnungen mit fremden Personen oder der Natur stoßen. Um solche Situationen zu vermeiden solltest du dich sowohl im In- als auch im Ausland unbedingt an die Grundregeln zum Wildcamping und der Nutzung der Natur halten:

  1. Ziehe keine unnötige Aufmerksamkeit durch Lärm, Abfälle oder Vandalismus auf dich
  2. Verlasse den Ort möglichst so wie du ihn aufgefunden hast oder sogar besser und nehme noch etwas Müll zur korrekten Entsorgung mit
  3. 
Wechsle häufiger deinen Standort, dann wirst du keinen oder zumindest nur wenig Ärger bekommen und lediglich dem Platz verwiesen
  4. Reagiere freundlich und Respektvoll und diskutiere nicht unnötig mit Fremden im In- und Ausland
  5. Solltest du dir unsicher bei Früchten oder Pilzen sein ob diese essbar oder gar Giftig sind, Pflück sie besser nicht und lass sie dort verweilen bevor du dir und der Umwelt schadest

Ist Wildcamping in Deutschland erlaubt?

Wildcamping und das Schlafen im Auto sind in Deutschland prinzipiell nicht verboten und können daher auch nicht untersagt werden. Daher ist es eine Grauzone in Deutschland, aber solange du dich Ordnungsgemäß verhältst und keine Müllhalde hinterlässt, bekommst du auch nur selten Probleme.

In Deutschland ist das Wildcamping so wie in einigen anderen Ländern gesetzlich nicht klar geregelt und daher eine sogenannte Grauzone. Das bedeutet, dass du in Deutschland im Auto Schlafen darfst und auch fast überall halten kannst, wenn du aufgrund von Müdigkeit durch eine längere Autofahrt oder gar wegen Trunkenheit durch Alkoholkonsum nicht mehr Fahrtüchtig bist und eine Pause zur Erholung und Regeneration brauchst.

Durch die Bestimmungen, die in der Straßenverkehrsordnung (StVO: §12 – “Halten und Parken”, Absatz 4) geregelt sind, kannst du dein Auto mindestens für eine Nacht an einer beliebigen Stelle Parken und im Auto schlafen, wenn du niemanden dabei behinderst.

Parkst du aber Beispielsweise an einer gefährlichen Stelle hinter einer Kurve oder behinderst durch dein Parken die Straße und somit auch den Verkehrsfluss auf dieser Straße, darfst du dort nicht Parken und Halten, sondern musst dir einen anderen Stellplatz suchen.

Tipp: Wenn du häufiger den Standort wechselst, wirst du auch weniger Ärger bekommen.

Hast du einen Ort zum Wildcamping gefunden und möchtest nach einer Nacht nicht direkt wieder losziehen, so kannst du versuchen die kommenden Nächte dort stehen zu bleiben. Verhältst du dich Ordnungsgemäß, machst keine laute Party und Respektierst die Natur und hinterlässt keine Müllhalde, wird das Wildcamping meistens sowohl von den Menschen um dich herum, als auch von den Ordnungsbehörden geduldet.

Wirst du trotz gutem Verhalten tatsächlich von den Ordnungsbehörden verwarnt, erhältst du meistens lediglich einen Platzverweis und ziehst weiter. An einem neuem Ort zum Wildcamping kannst du es dann erneut versuchen dort zu schlafen. Bei respektloser und fahrlässiger Handlung drohen dir aber Geldbußen und Strafen!

Tipp: Verlasse den Ort an dem du dein Auto geparkt hast immer so wie du ihn aufgefunden hast oder sogar besser!

Wo kann man wildcampen?

Ob und wie Wildcamping erlaubt ist unterscheidet sich je nach Land und Reiseziel. Oft wird es aber geduldet solange du dich unauffällig verhältst, die Menschen und Umgebung respektierst und keinen Müll hinterlässt.

Auf der Suche nach einem Stellplatz, Parkplatz oder einem freien Grundstück zum Wildcamping und dem Ziel zum Schlafen im oder neben dem Auto im Zelt, solltest du grundsätzlich darauf achten dass du niemand anderen dabei behinderst und dich auch der Natur gegenüber respektvoll verhältst.

Wildcamping im Auto in der Seitenbucht einer Straße im Wald gegenüber einem See
© pixabay.com – ImaArtist

Sollte du ein offensichtlich privates Grundstück aufgefunden haben und der Eigentümer ist auffindbar, musst du um seine Erlaubnis bitten, um dieses Grundstück als Stellplatz nutzen zu können. Ohne Erlaubnis des Eigentümers darfst du nicht in der Sichtweise seines Hauses parken oder campen.

Sollte es aber ein landwirtschaftlich genutztes Grundstück sein oder es ist weit und breit keine Menschenseele zu sehen und somit auch kein Eigentümer aufzufinden, darfst du zumindest eine Nacht dort parken wenn du dich unauffällig verhältst.

Möchtest du die Stellfläche länger nutzen kann dir zwar im schlimmsten Fall ein Platzverweis oder eine Anzeige drohen, aber wenn du Respektvoll und mit Nachsicht auf die Menschen und somit auch den Eigentümer reagierst, bekommst du auch selten Probleme.

Auf öffentlichen Parkplätzen und Parkflächen ist es ebenfalls möglich zu Parken und im Auto zu schlafen. Allerdings weißen meistens Hinweisschilder auf die kostenpflichtige Nutzung der Fläche hin. In diesen genannten Zeiten musst du selbstverständlich ein kostenpflichtiges Parkticket ziehen.

Außerhalb der Zeiten zur kostenpflichtigen Nutzung der Parkfläche, kannst du dort auch kostenfrei Parken und Schlafen. Lediglich auf hoch frequentierten Parkplätzen musst du rund um die Uhr ein Parkticket ziehen. Diese sind jedoch meistens nur in Ballungsräumen und Innenstädten zu finden und davon kann ich dir zum Zweck des wildcampen nur abraten.

Denn zum Wildcamping gibt es so viele wunderschöne Plätze die du aufsuchen kannst. Sei es an einem ruhig gelegenen See in Schweden, am Bergfuß in Bayern oder einfach am Waldrand in deiner liebsten Gegend – Wildcamping ist ein Abenteuer was du unbedingt erleben solltest!


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Wo kann man noch überall wildcampen?

Zum Wildcamping musst du aber nichtmal weit weg – Wildcampen kannst du auch auf deinem eigenen Grundstück oder in der Nähe deines Wohnortes.

Zwar hört es sich im ersten Moment nicht nach Wildcamping an, aber du kannst das wilde Campen auch im eigenen Garten, auf dem einem Grundstück in deinem Wohnort oder am nächstgelegenen Waldrand praktizieren.

Nimm dir dazu Beispielsweise ein Zelt und baue es im Garten oder an dem Ort in deiner Wohngegend auf wo du es erst einmal versuchen möchtest, bevor du es am Zielort viele Kilometer entfernt praktizierst. Alternativ kannst du es natürlich auch mit dem Auto in deinem Hof, am nächsten Waldrand oder sogar auf dem Parkplatz an der Straße ausprobieren.

Land Rover Defender mit Personen im Wald
© pexels.com – Taryn Elliott

So könntest du auch erst einmal herausfinden, ob das Wildcamping überhaupt für dich in Frage kommt und du überhaupt spaß daran findest oder ob dir das Wildcamping mit der ruhigen Umgebung eventuell sogar zu gruselig ist. Wenn es dich dann nach dem Selbstversuch doch mehr in die Nähe von Menschen ziehen sollte, kannst du alternativ zum Wildcamping auch auf einen offiziellen Stellplatz oder Campingplatz fahren und dort in Gesellschaftlicher Umgebung kampieren.

In welchen Ländern kann man Wildcampen und frei stehen?

Neben Deutschland kannst du auch in vielen andern Ländern wildcampen und die atemberaubenden Landschaften genießen.

In einigen Ländern in Europa ist das Wildcamping aufgrund unterschiedlicher Regelungen und Gesetze sogar offiziell erlaubt. Aber auch wenn es dort offiziell erlaubt ist, gibt es ebenfalls ein paar Spielregeln. So darfst du in den meisten der Länder nur außerhalb von Nationalparks, Naturschutzgebieten und Privatgrundstücken wildcampen. Ansonsten bist du aufgrund des Jedermannsrecht frei in der Entscheidung wo du wildcampen möchtest:

  • Estland
  • Lettland
  • Litauen
  • Finnland
  • Norwegen
  • Schweden
  • Schottland

Wie in Deutschland ist das wildcampen aber auch in vielen Ländern in Europa nicht eindeutig und klar erlaubt, wird aber meistens unter den oben genannten Umständen geduldet. Zu diesen Ländern mit einer Grauzone fürs Wildcamping zählen:

  • Deutschland
  • Dänemark
  • Belgien
  • Niederlande
  • Frankreich
  • Österreich
  • Schweiz

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