Was bedeutet VanLife?

Der Begriff VanLife beschreibt das Leben in einem Auto jeglicher Art, zumeist aber der Fahrzeugkategorie eines Kastenwagens.

VanLife ist im Laufe der Zeit zu einem Lebensstil geworden und beschreibt den Wunsch nach Freiheit, Abenteuer und Erkundung. Zudem ist es eine Flucht aus dem Alltag hin zu einer Entschleunigung und Selbstverwirklichung.

Was ist VanLife?

VanLife ist die Freiheit und örtliche Unabhängigkeit, mit einem Campervan unterwegs zu sein, darin zu leben und darin die schönsten Orte der Erde erkunden zu können und gleichzeitig im mobilen Zuhause schlafen und damit Reisen zu können.

VanLife ist ein kurzes Wort, in dem viel Bedeutung steckt und dadurch auch einen weiten Definitionsspielraum hat. Im Grunde fügt es die Definitionen der beiden Wörter ‘Van’ und ‘Life’ zusammen. Und daraus ergibt sich ‘das Leben in einem Van’, was sich sehr Unterschiedlich gestalten lässt.

So kann es Bedeuten, mal fürs Wochenende mit dem Camper in die Natur zu entfliehen oder seinen kompletten Wohnsitz aufzugeben, um für längere oder sogar für unbestimmte Zeit im Camper zu leben. Daher kann man VanLifer als Teilzeit- oder Vollzeit-VanLifer beschreiben.

Egal ob für den Kurztrip am Wochenende oder dauerhaft auf Weltreise – eins haben alle VanLifer gemeinsam: sie möchten im eigenen Camper und weit entfernt von einem herkömmlichen Campingplatz, die wunderschönen Orte der Natur bereisen und mit der unbeschwerten Freiheit den Alltag hinter sich lassen, um die eigene Reiselust ausleben zu können.

Die gängigste Definition von VanLife ist es, einen Van als Kastenwagen in der Größe eines Transporters, durch Umbaumaßnahmen auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen und damit für Ausflüge oder eine kurze Auszeit darin unterwegs zu sein und für die Dauer der Reise darin zu leben.

Was ist die Herkunft vom VanLife?

VanLife Symbol in Comicart
© pexels.com – Alex Azabache

Der Begriff VanLife wurde durch den Hashtag #VanLife im Jahr 2011 auf Instagram begründet, der vom Fotoblogger Foster Huntington gepostet wurde.

Vor VanLife etablierte sich in Amerika der Begriff Vandwelling, der mal die freiwillige, aber meistens eher die gezwungene Wohnungsaufgabe beschrieb.

Wie entstand das VanLife?

Das Leben in einem Van wurde durch den Begriff und den Hashtag #VanLife auf Instagram erst richtig bekannt, als 2011 der Fotoblogger Foster Huntington den Hashtag #VanLife verwendete und dadurch eine Welle in den sozialen Medien auslöste.

Seitdem ist die Popularität dieser Lebensform unangefochten und der Hashtag explodierte förmlich in den sozialen Medien. So wurde der Hashtag zehn Jahre später in 2021, bereits neun-einhalb-Millionen mal auf Instagram verwendet.

Die meisten aller Menschen die den Begriff VanLife kennen, verbinden mit VanLife den freiwilligen Einzug in einen Van, was durch den Hashtag #VanLife in den sozialen Medien populär wurde.

Was die wenigsten aber nur wissen, ist dass der Begriff des VanLife’s eine etwas romantisiertere Version des zuvor uralten Begriffs ‘Vandwelling’, bezeichnet.

Vorm VanLife gab’s das Vandwelling!

Bevor das Wort VanLife durch den Hashtag #VanLife entstand, beschrieb das Wort Vandwelling ähnliche Ziele des VanLifes’s, wurde aber auch durch Armut geprägt.

Vandwelling setzt sich zusammen aus den Worten ‘Van’ für das Auto und ‘Dwelling’ für die Wohnung. Es beschreibt das Aufgeben der Wohnung mit dem Einzug zum Leben in einem Van und ist meistens weniger durch die eigene Entscheidung getroffen worden, sondern war oft einfach der letzte Schritt.

Die Bezeichnung ‘Vandwelling‘ die vor dem VanLife das Lebens in einem Van in Amerika umschrieb, befasste sich zuvor auch mit dem Leben in einem Van mit den ähnlichen Gründen des VanLife, wie Abenteuer und Freiheit zu erleben.

Allerdings beschrieb die größere Bedeutung von Vandwelling die Gründe, nicht für eine konventionelle Wohnung bezahlen zu müssen und war für viele Menschen schlichtweg der letzte Ausweg bevor sie auf der Straße als Obdachlose landeten.

Der Lebensstil des Vandwelling besteht darin, in einem Fahrzeug zu Leben, dessen Stellfläche nicht größer als ein amerikanischer Parkplatz ist.

Wer aber schon mal in einem amerikanischen Fahrzeug unterwegs war, kann sich denken dass die amerikanischen Parkplätze durch die Fahrzeuggrößen in Amerika auch etwas größer als die in Deutschland und Europa sind.

Man mag es kaum glauben, aber das VanLife gibt es in seinem Ursprung mit dem Begriff ‘Vandwelling’ bereits seit 1889 und ist durch reisende Showkünstler entstanden, die am Rande der Armut und in den von Pferden gezogenen Transportern lebten.

Was bedeutet es im Camper zu leben?

Im Van am See mit Blick au die Berge im Bett liegen
@ pexels.com – Alex Azabache

In einem Camper zu leben, bedeutet darin die alltäglichen Grundbedürfnisse für Hygiene, Nahrung und Schlaf zu verwirklichen und mit dem deutlich verringertem Platz zu einer Wohnung, das Leben auf die Grundbedürfnisse und nur die wichtigsten Gegenstände zu beschränken.

Das Leben im Camper wird zudem bereits dadurch auf das Notwendigste reduziert, indem der Raum im eigenen Camper eher selten den Platz fürs Ausleben erübrigt.

So hat der durchschnittliche VanLifer einen Van in der amerikanischen Definition eines Campers, mit der Größe eines Kastenwagens, in dem er schläft, kocht, fährt und sich für die Dauer des VanLife’s darin aufhält.

Im Camper-Van zu leben, bedeutet auch darin auf Reisen die Grundbedürfnisse des Menschen zu erledigen. Zu den im VanLife anfallenden Grundbedürfnissen zählen:

  • Hygiene – Körperpflege durch Waschen, Duschen und Zähneputzen
  • Nahrung – Trinkwasser und feste Nahrung
  • Schlaf – Erholsamer Schlaf, Ruhe, Entspannung

Alles was über die Grundbedürfnisse hinaus geht richtet sich nach den Anforderungen und Bedürfnissen des jeweiligen VanLifer’s und kann mal mehr und mal weniger ausladend werden.

Aufgrund der vorgegebenen und kleineren Platzverhältnisse hingegen zu einer durchschnittlichen Wohnung, wird das Leben auf das notwendigste beschränkt.

Viele VanLifer finden mit der Zeit immer mehr Gefallen daran was es bedeutet, auf Dinge zu verzichten und sich davon zu befreien, so dass sie es mit der Zeit immer mehr genießen auf Dinge zu verzichten und sich daher auch oft immer weiter bis auf ein erforderliches Minimum reduzieren.

Daher wird auch oft das VanLife mit dem Minimalismus verbunden und durchlebt, welcher das Leben auf ein erforderliches Minimum mit dem notwendigsten zum Leben ohne jeden Schnickschnack beschränkt und von unnötigen Gegenständen befreit.

Was brauche ich zum Leben im VanLife?

Ausstattung und Equipment wie am Lagerfeuer mit Kaffee, Spiegelei
© pexels.com – rawpixel.com

Zum VanLife gibt es ein paar Basics, die du unbedingt dabei haben musst. Aber alles was darüber hinaus noch hinzukommt, richtet sich ganz nach deinen Wünschen und Anforderungen an dein VanLife und macht es gemütlicher und ausladender.

Alle Utensilien die du im VanLife als Camper dringend benötigst oder ich dir für eine gemütliche Atmosphäre sehr ans Herz legen kann, habe ich dir in Packlisten für die unterschiedlichen Anlässe zum VanLife und zum Camping im Auto zusammengefasst.

Eine Übersicht der Packlisten findest du in den Tipps & Tricks zum Camping im Auto.

Darüber hinaus findest du dort auch zukünftig eine stetig wachsende Sammlung meiner Tipps und Tricks, die ich durch meine Erfahrung zum Camping im Auto lerne und gerne an dich weitergeben möchte.

Basis-Ausstattung zum VanLife

Ein paar Basics in deiner Camping-Grundausstattung dürfen nicht fehlen. So sind manche Gegenstände unabdingbar und müssen definitiv mit ins Gepäck.

Dazu zählen alle Dinge, die du im Alltag für deine Grundbedürfnisse an Nahrung, Hygiene und Schlaf benötigst.

Was alles dazu gehört und was für deinen Campingtrip notwendig ist, kannst du in meinem Beitrag zum notwendigen Equipment für Campingtrips nachlesen und als Checkliste herunterladen.

Empfohlene Ausstattung

Die wenigsten Camper möchten sich auf das notwendigste reduzieren und möchten sich auch im VanLife wie zuhause fühlen.

Für alle Campingtrips die über einen Tag hinaus andauern und geplant sind, solltest du neben dem notwendigstem Gepäck auch weitere Gegenstände zur Nahrungszubereitung und zum Schutz vor Ungeziefer einpacken.

Für die empfohlenen Gegenstände auf längeren Campingtrips und auf Festivals, habe ich dir ebenfalls eine Packliste erstellt, die du auch als Checkliste herunterladen und alle deine eingepackten Utensilien darin abhaken kannst.

Ausstattung zum Glamping

Möchtest du es auch auf deinem Campingtrip gemütlich, ausladend und “wie Zuhause”? Dann ist Glamping – “Glamorous Camping” das richtige für dich.

Beim Glamping kommt alles mit ins Gepäck, was deinen Campingtrip erst richtig gemütlich macht. Neben einer Überdachung außerhalb deines Campingautos, dürfen Stromgenerator, Grill-Zubehör und Sitzgelegenheiten wie Luftsessel und Luftsofa nicht fehlen.

Eine umfangreiche Packliste zum Camping für deinen Luxus-Campingurlaub, findest du mit einer Checkliste zum Herunterladen in meinem verknüpften Beitrag.

Was sind die Vorteile vom VanLife?

Bett im Auto Kofferraum um darin zu schlafen
pexels.com – Jonathan Borba

Die Vorteile von VanLife umfassen die Freiheit, die du durch die Mobilität auf Vier-Rädern und die örtliche Unabhängigkeit entstehen:

  • Du kannst überall hinreisen und hast dein mobiles Zuhause jederzeit bei dir
  • Der Van als Rückzugsort auf Reisen
  • Die örtliche Unabhängigkeit mit der Möglichkeit jederzeit den Ort zu wechseln
  • Die Nähe zur Natur mit den traumhaftesten Plätzen zum frei stehen und Wildcampen
  • Komfortables und mobiles Reisen hingegen zum Back- oder Bikepacking
  • Günstige Lebensunterhaltungskosten im Camper
  • Entscheidungsfreiheit wohin du Reisen und mit deinem mobilen Zuhause bleiben möchtest
  • Weniger ist mehr – Seelische Entlastung von unnötigem Balast und Gegenständen
  • VanLife ermöglicht das Schlafen an den schönsten Stellplätze direkt am Strand

Unabhängigkeit auf vier Rädern

Das VanLife hat viele Vorteile, die das mobile Leben im Camper beschreiben und umfassen. Es ist das mobile Zuhause und dein Rückzugsort, egal wo du dich auf der Welt befindest – dein Zuhause ist immer bei dir. Du kannst dich jederzeit in deinen Camper zurückziehen und dich darin ausruhen.

Die Mobilität auf vier Rädern ermöglicht dir trotz der Nähe zu deinem Zuhause, die Möglichkeit jederzeit den Ort zu wechseln und deinen Unterschlupf jederzeit dabei zu haben, wodurch sich alle deine Habseligkeiten immer griffbereit in deiner direkte Nähe befinden.

So kannst du an die schönsten Orte in der Natur reisen, kannst dort mit deiner mobilen Wohnung frei stehen und die traumhaften Orte in deiner eigenen Wohlfühloase genießen.

Komfort ganz ohne Mietkosten

Mit einem Auto auf Reisen zu sein, bedeutet gleichzeitig einen hohen Komfort hingegen zum Wandern im Backpacking mit Rucksack oder dem Reisen mit dem Fahrrad im Bikepacking und auf zwei Rädern.

Ohne auf den nötigen Komfort im Camper zu verzichten, ermöglicht das VanLife trotzdem eine günstige Lebensunterhaltung und bedarf keiner Mietkosten, wie du sie von einer Wohnung kennst.

Mit der Option im VanLife jederzeit an den Ort zu reisen, zu dem du mit deiner mobile Behausung als nächstes reisen möchtest, ermöglicht dir die Entscheidungsfreiheit die du so nur im VanLife erleben kannst.

VanLife bedeutet Entscheidungsfreiheit

Du triffst alle Entscheidungen für dich selbst und kannst entscheiden, was du in deinem VanLife tun und lassen möchtest. Niemand schreibt dir vor, wie du dein VanLife zu gestalten hast und wo du hinreisen sollst.

Du darfst selbst darüber entscheiden, wie der Umfang deines VanLife’s gestaltet wird:

Ob du im Auto oder im Van reisen möchtest, ob du im Dachzelt oder im Auto schläfst und wo zu welchem Ort und in welches Land du reisen willst – all das entscheidest du für dich selbst!

Seelische Entlastung und Befreiung von unnötigem Balast

Kennst du das Gefühl auf Netflix eine Entscheidung treffen zu müssen, was du als nächstes schauen möchtest?

Nur die Ruhe – Netflix kannst du dir natürlich auch im VanLife ansehen 😀

Aber was ich mit dem Beispiel an Netflix veranschaulichen möchte, ist das du dich Im VanLife von unnötigem Balast wie Gegenständen oder Verpflichtungen aus deinem gewöhnlichen Alltag befreien kannst und dich keiner zu einer Entscheidung zwingt – du machst nur das, wofür du dich selbst und freiwillig entscheidest!

Durch die im VanLife begrenzten räumlichen Möglichkeiten, musst du dich auf die wichtigsten Gegenstände beschränken, die du mit ins VanLife nehmen kannst. Und genau darauf zielen viele VanLifer ab!

Die Beschränkung aufs nötigste und die notwendigsten Gegenstände, bedeute dass du dich von Dingen befreist, die entweder selten benutzt werden oder schon seit Ewigkeiten einfach da sind und du sie dann aber doch nicht nutzt – befreie dich durchs VanLife davon, es wird dir gut tun!

Im VanLife kannst du an den schönsten Stränden stehen

Im VanLife bist du mit deinem mobilen Zuhause auf vier Rädern an keinen Ort gebunden und kannst dich an die schönsten Plätze direkt am Strand und mit der besten Aussicht stellen und genießen.

Was gibt es schöneres, als das du die Tür aufmachst und dir der Strand direkt vor den Füßen liegt und du nach wenigen Metern ins Wasser springen kannst?

Im regulären Strandurlaub musst du dafür teuer bezahlen. Im VanLife kannst du mit deinem Zuhause direkt am Strand parken, ins Wasser springen und hast alle wichtigen Habseligkeiten immer direkt bei dir!

Was sind die Nachteile vom VanLife?

Hinterlasse Fußabdrücke und keinen Abfall!
@ pixabay.com – SatyaPrem

Das VanLife hat leider auch seine Nachteile die dir vor dem Umzug ins VanLife durchaus bewusst sein sollten, damit du nicht unvorhergesehen davon überrascht wirst:

  • Dein Zuhause wird auf engsten Raum reduziert
  • Einschränkung auf das notwendigste was du zum Leben benötigst
  • Kein fester Wohnsitz, was das deutsche Gesetz nicht gerne sieht
  • Keine Postanschrift, an die alle deine Zustellungen adressiert werden können
  • Reisen ist schlecht für die Umwelt und nicht sonderlich nachhaltig
  • Je nach Stellplatz und Betrieb darauf, hast du mal mehr und mal weniger Privatsphäre
  • Wenn keine Toilette mit an Board ist, musst du in die Natur oder bei Lokalitäten danach fragen
  • Im Camper erfolgt die tägliche Hygiene häufig ohne Dusche und nur durch einfache Wäsche
  • Schmutz und Staub werden je nach Stellplatz, im gesamten Van und auf dem Bett verteilt
  • VanLife kostet auch Geld und will finanziert werden
  • Nicht überall ist frei stehen und Wildcampen erlaubt

Begrenzter Raum zum Leben im Van

Das Leben im VanLife bedeutet zugleich auch, den Platz zum Leben auf die Größe vom Campervan zu reduzieren und dadurch auf engstem Raum zu leben. Durch die verringerten Platzverhältnisse im Camper, musst du dein Gepäck und Habseligkeiten so weit reduzieren, dass sie alle mit an Board können.

Zwar wird dein Zuhause mit deinem Gepäck deutlich reduziert, aber mit dem Camper hast du die Welt zu Füßen und das größte Wohnzimmer der Welt!

Postalisch nicht erreichbar

Mit der örtlichen Unabhängigkeit auf vier Rädern und dem damit verbundenen flexiblen Reisen, hast du natürlich auch keine Adresse und Anschrift, welche du bei dem Einwohnermeldeamt angeben und von den Post- und Paketzustellern gefunden und beliefert werden kann.

Um trotzdem keine Probleme mit den Behörden zu bekommen und mit der Post versorgt werden zu können, geben die meisten VanLifer und Dauerreisenden eine Postanschrift von Familie oder Bekannten an. Dadurch können die Briefe und Zustellungen trotz deiner fehlender Anwesenheit entgegen genommen werden.

Falls du auch von unterwegs im VanLife auf wichtige Post und Briefe direkt zugreifen möchtest, gibt es auch die Möglichkeit sich die physische Post von Dienstleistern digitalisieren und zusenden zu lassen.

Anbieter gibt es dafür zahlreiche, die Dienstleistung der digitalisierten Post wird z.B. auch von der deutschen Post als ‘E-Post’ angeboten.

Aber wie kann ich unterwegs meine Pakete entgegen nehmen?

Dazu kannst du deine Bestellung auch einfach zur nächstgelegenen Postfiliale im jeweiligen Land und Ort senden lassen, in dem du dich gerade befindest. Auf aktiver Reise gehört dazu eine gute Planung, wann du ein Paket zum Lieferzeitpunkt in welcher Postfiliale abholen kannst.

Reisen ist nicht sonderlich Umweltfreundlich

Reisen bedeutet von Ort zu Ort zu pendeln – das das nicht ohne Fortbewegung funktioniert ist klar. Dazu muss auch ein Fortbewegungsmittel her, was Sprit verbraucht und die Schadstoffe in die Umwelt abgibt.

Die heute verfügbaren Angebote zum ökologischen, nachhaltigen und klima-neutralen Reisen sind bisher noch sehr begrenzt, werden sich aber sicherlich durch den derzeitigen Umschwung der Elektroauto-Welt und den ständig verbesserten ökologischen Fortbewegungsmethoden bald ändern.

Denn die Möglichkeiten zur Fortbewegung, werden sich in den nächsten Jahren immer weiter entwickeln und in Zukunft weitaus weniger Schädlich für die Umwelt sein.

Um die Schädlichkeit durch das Reisen bewerten zu können, solltest du dir erst mal den alltäglichen Verbrauch an CO2 vor Augen halten, den du in deiner Wohnung ebenfalls erzeugst.

Denn auch mit festem Wohnsitz erzeugst du durch die Heizung, deinen Stromverbrauch und durchs Einkaufen mit einem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln, ebenfalls jede Menge an CO2 und Schadstoffen.

Daher verlagert sich der Verbrauch eher ins VanLife, wenn er nicht sogar dadurch etwas weniger wird, dass du die Sonnenenergie einfängst und somit völlig autark und Ökologisch Strom tankst und verwertest.

VanLife kann die Privatsphäre einschränken

Die Stellplätze, die du mit einem Campervan im VanLife aufsuchst sind mal mehr und mal weniger gut besucht.

Durch die Gesellschaft von Gleichgesinnten hast du zwar mitunter die selbe Leidenschaft und Interessen wie deine direkten Nachbarn, dadurch aber je nach Nähe und Anzahl der Nachbarn auch etwas weniger Privatsphäre um deinen Camper herum.

So kann es Beispielsweise sein, dass dein Nachbar die Ruhe nicht so ernst nimmt und die Musik etwas lauter dreht.

Genau so ist es erst Andre und Laura mit ihrem Van Oskar passiert, die auf Mallorca unterwegs waren und plötzlich auf dem Parkplatz erst einen Motorrad-Fahrer neben sich hatten, der ständig seine Runden drehte und anschließend noch lautstarke Party-Musik, die direkt vom Van nebenan ertönte.

Um dem Lärm zu entgehen und hin zu mehr Privatsphäre, bleibt dir in einer solchen Situation wie es Laura und Andre auf Mallorca passiert ist, immer noch die Möglichkeit deine Zelte auf dem Stellplatz abzubrechen und zu einem anderen Platz zu wechseln, der etwas ruhiger ist.

Toilette und Dusche sind nicht immer direkt erreichbar

Mit einem kleineren Campervan hast du eventuell keine Möglichkeit eine Toilette oder gar eine Dusche mit an Board dabei zu haben. Dadurch bist du auf örtliche Lokalitäten und öffentliche Toiletten angewiesen.

Als Alternative des Einbaus einer Toilette und/oder Dusche im Campervan, kannst du auch spezielle mobile Toiletten und mobile Duschen nutzen, die speziell fürs Camping ausgelegt sind.

Die mobile Toilette kannst du je nach Platz im Camper auch im Camper selbst verwenden. Eine mobile Camper-Dusche kannst du am Auto fixieren und dich dann gemütlich im Stehen duschen.

Das Reisen im Van kann schmutzig sein

Mit deinem Camper im VanLife gelangst du an viele Orte die oft etwas abseits von der Bevölkerung liegen, um dann die Privatsphäre und Ruhe in der Natur genießen zu können.

Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass du je nach Stellplatz oft auch schmutziges Gelände vorfindest und durch offene Fenster und Türen oder auch mit deiner Kleidung, der Staub und Schmutz von draußen im gesamten Van verteilt wird.

Die Lösung für den Schmutz und Staub in deinem Camper ist die tägliche Putzroutine, mit der du den Schmutz regelmäßig aus deinem Camper fegst.

Auch das VanLife will bezahlt werden

Trotz der günstigen Lebenshaltungskosten im Camper hast du natürlich weiterhin noch Kosten, die im VanLife entstehen und bezahlt werden müssen.

Dazu zählt der Unterhalt vom Camper, deine Lebenshaltungskosten für Nahrung und eine Reise- oder Auslandskrankenversicherung für den Fall der Fälle, wenn dir unterwegs etwas zustoßen sollte.

Zur Unterhaltung deines Campers zählen TÜV und Kfz-Steuer mit einem geregelten Fixbetrag, die Versicherung, Kosten für Sprit und für die Instandhaltung wie Reparaturen am Fahrzeug.

Doch was wäre denn eigentlich die Alternative zu den Kosten im VanLife?

Würdest du dein VanLife nicht antreten, bleiben deine aktuellen Lebenshaltungskosten weiterhin besehen und werden sogar deutlich höher als die Kosten in deinem VanLife ausfallen!

Wie können die Kosten im VanLife finanziert werden?

Entweder du sparst dir vor dem Antritt zum VanLife den Betrag an Geld für dein VanLife zusammen, den du dir mithilfe deiner zuvor erstellen Kalkulation berechnet hast.

Oder du finanzierst dein VanLife im VanLife von unterwegs aus, indem du auf der Reise im VanLife arbeitest und auch direkt während deiner Reise bezahlt wirst.

Die Finanzierung des VanLife’s im VanLife selbst, wird auch oft als “von der Hand in den Mund” zu leben, bezeichnet:  Du erhältst eine Zahlung “in die Hand” und begleichst damit die Rechnungen für deinen Lebensunterhalt im VanLife, also z.B. für deine Nahrung “in den Mund”.

Frei stehen und Wildcampen bedeuten nicht immer Ruhe

Als VanLifer bist du stets auf der Suche nach schönen Plätzen und grandiosen Aussichten zum Wildcampen und um frei stehen zu können. Doch nicht an allen Orten und in allen Ländern ist das Parken und Schlafen im Auto erlaubt.

Daher kann es sein, dass du von den Ordnungsbehörden vom Platz verwiesen wirst oder dir sogar Geldstrafen drohen. Wenn sich Wohnhäuser in der Nähe befinden, solltest du auch darauf achten, dich nicht in direkter Nähe zu befinden und dort zu Parken. Achte einfach darauf, dass du dich nicht in direkter Sichtweite der Wohnhäuser und Anlieger befindest.

Das ganze hört sich aber erst einmal schlimmer an, als es letztendlich in der Realität ist. Denn solange du Einverständnis zeigst und Respektvoll reagierst, wirst du – wenn du mal Besuch bekommen solltest, lediglich mal des Platzes verwiesen und suchst dir dann einfach eine neue Stelle, wo du Wildcampen oder frei stehen kannst.

Wie du einen Stellplatz findest und was die Geheimtipps zum Finden eines ruhigen und wenig besuchten Platzes sind, erläutere ich dir genauer im verlinkten Beitrag.

Um generell den Ärger zu vermeiden oder zumindest vorzubeugen, solltest du dich vor Reiseantritt mit den Regeln in Deutschland oder den Gesetzen des jeweiligen Reiseziels in anderen Ländern befassen und dich einfach an ein paar Grundregeln zum Wildcamping und frei stehen halten.

Befasst du dich frühzeitig mit den Bestimmungen und richtest dich danach aus, wirst du nur wenig oder gar nicht erst anecken und nicht mit unnötigem Ärger konfrontiert.

Fazit: Nachteile sind nicht gleich Nachteile

Wie du anhand vieler Lösungsvorschläge zu den Nachteilen sehen kannst, sind Nachteile nicht direkt Nachteile. Sondern können sich auch oft durch mögliche Alternativen oder die sich veränderten Gegebenheiten schnell wieder zu Vorteilen entwickeln und sind dann nicht mehr unbedingt als Nachteile zu werten.

Somit werden viele Nachteile auch zu einem gewissen Teil zu Vorteilen, was die Anzahl der echten Nachteile deutlich mindert.

Ob es aber wirklich zu einem Vorteil wird, richtet sich natürlich ganz nach deinem persönlichen Empfinden. Denn zu guter Letzt solltest du für dich selbst entscheiden, was für dich die Vorteile und Nachteile im VanLife sein könnten. Denn VanLife ist sehr variabel und richtet sich immer nach dir und wie du dein VanLife gestalten möchtest.

 

Gerne kannst du mir deine gesammelten Erfahrungen im VanLife in die Kommentare schreiben 🙂

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