Auf welchen Plätzen kann übernachtet werden?

Wer mit einem fahrbaren Untersatz reist, kann für die Übernachtung zwischen drei Optionen wählen: Wildcamping, Stellplatz oder Campingplatz. Die Entscheidung hängt von den eigenen Vorlieben, der Dauer des Aufenthalts, dem Fahrzeugtyp und dem Reiseland ab.

Wildcamping

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Als Wildcamping wird das Übernachten auf einem beliebigen Platz, egal ob Feldweg, Straßenrand, Waldstück, Privatgrundstück oder landwirtschaftlich genutzter Fläche bezeichnet. Ob Wildcamping erlaubt ist, wird von Land zu Land unterschiedlich geregelt, wobei Skandinavien das Paradies fürs Wildcamping ist. Wie so oft sind Schweden, Finnland und Norwegen das Vorbild in Sachen Toleranz und Coolness, denn hier gilt das sogenannte Jedermannsrecht. Demnach kann Land zwar einer Person gehören, es muss allerdings jedem zur Verfügung stehen. Für Camper bedeutet das: Sie dürfen ihr Auto abstellen oder das Zelt einfach aufschlagen, wo es ihnen gefällt und nicht explizit verboten ist. Egal, ob am Meer, im Wald, oder auf auf Privatgrundstücken.

Ein paar Regeln gibt es allerdings auch: Das legale Wildcamping bezieht sich auf eine Nacht, danach muss man weiterziehen oder aber den Besitzer um Erlaubnis fragen. Außerdem darf man es sich auf den Privatgrundstücken ohne Erlaubnis des Besitzers nicht in Sichtweise seines Privathauses gemütlich machen. Auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und in Nationalparks ist das wilde Campen nicht erlaubt.

Wer mit dem Van oder Wohnmobil unterwegs ist, ist nicht ganz so frei. Denn das Jedermannsrecht gilt in erster Linie für Wanderer mit Zelt. Mit dem fahrbaren Untersatz darf man nicht überall über Nacht bleiben. Erlaubt ist das Parken am Straßenrand, am Ende der Straße und auf öffentlichen Parkplätzen. Glücklicherweise sind Schwedens Parkplätze oftmals kleine Ruheoasen und keine schlechte Wahl für die Nacht. Wer sich einen ruhigen Parkplatz mit Panoramablick über Schwedens Seen aussucht, wird morgens glücklich aufwachen.

Zusammenfassend gilt:

  • Wildcamping ist für normale Fahrzeug geeignet, nicht für Vans oder Wohnmobile
  • Camping auf Feldweg, Straßenrand, Waldstück oder Privatgrundstück möglich
  • Länderspezifische-Regelung fürs Wildcamping, in Skandinavien gilt das Jedermannsrecht
  • Jedermannsrecht: Camping am Meer, im Wald oder auf Privatgrundstück möglich und gilt nur für Wanderer mit Zelt
  • Legales Wildcamping bedeutet, eine Nacht darf ohne Erlaubnis übernachtet werden
  • Auf Privatgrundstücken darf nicht in Sichtweise des Hauses vom Besitzer gecampt werden
  • In Nationalparks und landwirtschaftlich genutzten Flächen nicht erlaubt

Stellplatz

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Ein Stellplatz ist in der Regel ein normaler Parkplatz, der mit einem speziellen Schild darauf hinweist, dass Übernachtungen im Wohnmobil erlaubt sind. Solche Parkplätze werden von der Gemeinde oder von Privatpersonen angeboten. Manche verlangen eine kleine Gebühr, viele sind sogar gratis. Meist sind bei solchen Stellplätzen Anschlüsse für Strom und Wasser vorhanden, manchmal auch ein WC oder Frischwasserversorgung. Fallen Gebühren an, bezahlen Sie diese an einem Automaten. Eine besetzte Rezeption gibt es auf Stellplätzen nur selten.

Stellplätze sind meist weder umzäunt noch anderweitig abgegrenzt, dafür gibt es auch keine festen An- oder Abreisezeiten. An einigen Campingplätzen sind zusätzliche Stellplätze meist außerhalb des eigentlichen Geländes angebunden. Diese kann man dann für einen günstigeren Preis nutzen. Eine dritte Übernachtungsmöglichkeit sind inoffizielle Stellplätze. Damit gemeint ist das nicht überall erlaubte, freie oder wilde Übernachten mit dem Wohnmobil.

Zusammenfassend gilt:

  • Stellplätze sind meist nur für einen kurzen Aufenthalt gedacht (1-3 Tage)
  • Wohnmobile erwünscht, Wohnwagen und Autos ohne Übernachtungsmöglichkeit meist nicht erwünscht
  • Camping-Verhalten mit Grillen, Markise auskurbeln, Zelt aufschlagen und draußen sitzen ist meistens nicht erlaubt
  • Stellplätze reichen von asphaltierten Plätzen über eingezeichnet Parklücken bis zur riesengroßen Wiese mit Toiletten, Dusche, Strom und Wasser
  • Meistens nur mit eingeschränktem Service, keiner großen Anmeldung mit Ansprechpartnern und ohne Brötchendienste oder ähnlichem
  • Auf Stellplätzen wird normalerweise nicht reserviert, weder vor der Ankunft, noch während des Aufenthalts. Wer den Platz verlässt, macht den Weg für neue Camper frei
  • Stellplätze besitzen meisten keine Anmeldung, Eine Anreise am späten Abend oder gar in der Nacht ist möglich, sollte jedoch ruhig und ohne großes Getümmel ablaufen
  • Die Kosten sind vergleichsweise gering oder gar kostenlos

Campingplatz

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Ein Campingplatz ist ein offiziell ausgewiesenes Terrain, welches speziell auf Camper ausgerichtet ist. Für gewöhnlich von einer Mauer oder einem Zaun umgeben, gehören zur Ausstattung eine Rezeption, Duschen und WCs, ein Stromanschluss und oftmals eine Gemeinschaftsküche.

Darüber hinaus sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Manche großen Campingplätze wirken wie kleine Oasen. Dort gehören unter anderem Läden, Schwimmbäder, Freilichtbühnen, Ferienprogramm, Minigolf, Bowling und mehr zur Ausstattung.

Zusammenfassend gilt:

  • Campingplätze sind der Ort für längere Aufenthalte. Sie möchten etwas länger Verweilen? Dann ist ein Campingplatz das richtige
  • Auf Campingplätzen sind sowohl Camper mit teurem Wohnmobil, als auch Alleinfahrer und Jugendgruppen mit einem Auto willkommen
  • Campingplätze bieten immer Strom, Toiletten, Duschen und Ver- sowie Entsorgung. Oft sind sogar Spielplätze für Kids oder gar Sportplätze, Pools , Mietautos, Shops und Beauty & Spa zu finden
  • Parzellen können vorab reserviert werden, sodass eine nur eine kurze Anmeldung notwendig ist
  • Häufig reichen auch die Parzellen von einer Exklusiv-Parzelle bis hin zur Parzelle ohne Strom und/oder Wasser
  • Camping-Verhalten ist grundsätzlich erlaubt, welches allerdings häufig durch Vorschriften wie Mittagsruhe, An- und Abreisezeiten bis hin zur Nutzung von Feuer/Grill reichen
  • Die Kosten eines Campingplatzes sind deutlich höher, können aber mit rabatten z.B. mit Rabattkarten gemindert werden

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